{"id":195,"date":"2012-10-30T19:28:06","date_gmt":"2012-10-30T18:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.axelheimken.de\/?p=195"},"modified":"2014-08-28T14:40:07","modified_gmt":"2014-08-28T13:40:07","slug":"hazrat-e-sultan-tag-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.axelheimken.de\/?p=195","title":{"rendered":"Hazrat-e Sultan &#8211; Tag 3"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_196\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/hazrat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-196\" class=\"size-medium wp-image-196\" title=\"Bundeswehr schliesst Aussenposten am Hindukusch.\" src=\"http:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/hazrat-300x192.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/hazrat-300x192.jpg 300w, https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/hazrat-467x300.jpg 467w, https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/hazrat.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-196\" class=\"wp-caption-text\">Der Aussenposten Hazrat-e Sultan in der Provinz Samangan in Afganistan. Mehr Containerbaustelle als Feldlager.<\/p><\/div>\n<p>Hazrat-e Sultan (kurz:HES) ist das erste Camp, in welches wir am dritten Tag aufbrechen. Es ist der erste Aussenposten der Bundeswehr, der nun vollst\u00e4ndig aufgel\u00f6st wird. Genau das ist aber einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Reise: Das Thema Truppenabzug aus Afghanistan soll bebildert werden und in diesem Camp wird gerade zusammengepackt.<\/p>\n<p>Fr\u00fch morgens um 7 sammeln wir uns am Abfahrtpunkt und ein Konvoi aus mehreren Milt\u00e4rfahrzeugen &#8211; zumeist den gepanzerten &#8222;Dingos&#8220; &#8211;\u00a0 f\u00e4hrt zum ca. 90 km gelegenen Camp. Prognostiziert wird eine Fahrzeit von 1,5 &#8211; 2 Stunden. F\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse extrem schnell. Grund &#8211; die gesamt Strasse nach Hazrat-e Sultan ist asphaltiert &#8211; in Afghanistan schon was Besonderes.<\/p>\n<p>Die Fahrt ist entspannt und uns wurde schon kurz vor Abfahrt gesagt, das wir ein sehr gr\u00fcnes und fruchtbares Tal durchqueren werden, als wir aber wirklich am Rand dieses Tals vorbeifahren, die Granatapfelfelder, die kleinen am Strassenrand gelegenen Verkaufsst\u00e4nde und sogar gr\u00fcne Obsthaine sehen sind wir beinahe ein klein wenig irritiert. Das sieht hier nach allem m\u00f6glichen aber nicht nach einem Kriegs- oder Krisengebiet aus.<\/p>\n<p>Es gibt hier Wasser &#8211; und das heisst Landwirtschaft. Ganz sicher ist das Gebiet zwar immer noch nicht, aber bewaffnete Zwischenf\u00e4lle hat es hier schon seit Wochen nicht mehr gegeben und es ist sehr unwahrscheinlich, dass es hier zu irgendwelchen Vorf\u00e4llen kommt.<\/p>\n<p>Wir passieren das Tal und erreichen nachdem wir wieder einige Kilometer W\u00fcstenstrasse gefahren sind den Bundeswehr- Aussenposten. Direkt daneben sind &#8211; frisch gebaut &#8211; die Unterk\u00fcnfte f\u00fcr ein Batallion (also mehrere hundert) Soldaten der afghanischen Armee. Das amerikanische Design ist unverkennbar. Die &#8222;H\u00e4user&#8220; sehen ein bisschen wie Flugzeughangare aus &#8211; und ganz fertig sind sie auch noch nicht. Die Soldaten der ANA (Afghan National Army) schlafen weiterhin in Zelten und warten auf die Fertigstellung. Wenn ich mir so die Arbeitsgeschwindigkeit der Arbeiter dort auf der Baustelle ansehe, werden sie wohl noch l\u00e4nger in den Zelten bleiben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nebenan im Bundeswehrcamp herrscht gesch\u00e4ftiges Treiben. So ein Camp besteht aus 200 Seecontainern. Die dienen als Unterk\u00fcnfte, Lager, und Dienstr\u00e4ume. Die meisten sind allerdings schon abtransportiert und so gibt es auch f\u00fcr uns keine festen Unterk\u00fcnfte sondern nur Zelte. Ok &#8211; sind wir solidarisch mit den Nachbarn der ANA. Internet gibts auch nicht &#8211; der Container mit der Kommunikationstechnik ist schon abtransportiert.<\/p>\n<p>Im hinteren Teil des mehrere Fussballfelder grossen Camps demontieren einige amerikanische Techniker gerade das PGSS-\u00dcberwachungssystem. Das ist ganz simpel ausgedr\u00fcckt ein mit Helium gef\u00fcllter Zeppelin der an einem langen Draht 200-300m \u00fcber dem Camp hochgezogen werden kann und mit einer extrem guten schwenkbaren Kamera ausger\u00fcstet ist die sowohl tags- als auch nachts gestochen scharfe Bilder der Umgebung liefert und aus dem Camp heraus von Monitoren aus kontrolliert werden kann &#8211; zu dieser Kamera gibt es morgen eine mehr als skurrile Geschichte &#8230;<\/p>\n<p>Irgendwie hat man hier den Eindruck auf einer mehr oder minder grossen Baustelle zu sein. LKWs fahren die Container weg, grosse Krane hieven sie auf die Sattelz\u00fcge, \u00fcberall wird zusammengepackt und selbst die Fitnessger\u00e4te, vom Laufband bis zum Spinning-Bike (man wundert sich was alles in einem Aussenposten steht) werden fein s\u00e4uberlich wieder verpackt.<\/p>\n<p>Der Abend n\u00e4hert sich &#8211; und mit Sonnenuntergang schl\u00e4gt die Temperatur radikal um. Waren es tags\u00fcber 25 Grad f\u00e4llt das Thermometer binnen einer halben Stunden auf 5 w\u00e4hrend der Nacht sogar fast bis an den Gefrierpunkt. \u00c4rgerlich, dass die Heizung im Zelt nicht funktioniert, noch \u00e4rgerlicher, dass mein Schlafsack, obwohl von Globetrotter als Minustemperaturtauglich beworben &#8211; mich erb\u00e4rmlich frieren l\u00e4sst. Neben dem Geschnarche der Zeltmitbewohner, schlottere ich mich also durch die Nacht und der n\u00e4chtliche unbeleuchtete Gang zum 200m entfernten Toilettencontainer f\u00fchlt sich an wie eine Expedition im 3-Sterne Eisfach eines Standardk\u00fchlschranks.<\/p>\n<p>Um 5 Uhr ist die Nacht vorbei &#8211; und ich ein Eiszapfen. Warmer Kaffee aus der Feldk\u00fcche ist das einzige Mittel, aber nachdem die Sonne wieder aufgegangen ist wird es sofort wieder w\u00e4rmer. Irgendeine L\u00f6sung f\u00fcr die n\u00e4chste Nacht muss her &#8211; na mal sehen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hazrat-e Sultan (kurz:HES) ist das erste Camp, in welches wir am dritten Tag aufbrechen. Es ist der erste Aussenposten der Bundeswehr, der nun vollst\u00e4ndig aufgel\u00f6st wird. 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