{"id":218,"date":"2012-11-02T12:00:34","date_gmt":"2012-11-02T11:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.axelheimken.de\/?p=218"},"modified":"2014-08-28T14:39:32","modified_gmt":"2014-08-28T13:39:32","slug":"patrouille-in-baghlan-tag-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.axelheimken.de\/?p=218","title":{"rendered":"Patrouille in Baghlan &#8211; Tag 6"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_219\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/staub.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-219\" class=\"size-medium wp-image-219\" title=\"Bundeswehr Aussenposten &quot;OP North&quot;\" src=\"http:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/staub-300x120.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/staub-300x120.jpg 300w, https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/staub-500x201.jpg 500w, https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/staub.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-219\" class=\"wp-caption-text\">Ein Bundeswehrfahrzeug vom Typ &#8222;Dingo&#8220; faehrt durch aufgewirbelten Staub.<\/p><\/div>\n<p>Die Nacht ist \u00fcberstanden und ich erklimme im wahrsten Sinne des Wortes den Gipfel des OP North. Einige in den Berg gearbeitet Treppen f\u00fchren zur Leitung des Camps sowie zum K\u00fcchenzelt. Gleichzeitig ist auf dem Gipfel noch so eine Art Treffpunkt mit Zugriff auf einen K\u00fchlschrank und ein paar ausliegende Verpflegungsrationen &#8211; wenn der kleine Hunger kommt.<\/p>\n<p>Ein paar Katzen d\u00f6sen auf den B\u00e4nken &#8230; gl\u00e4nzendes Fell, wohlgen\u00e4hrt und ziemlich schmusig. Sind das afghanische Katzen? Ehemals ja &#8211; bis sie von einer Einheit Pioniere in einem ziemlich erb\u00e4rmlichen Zustand irgendwo aufgelesen und ins Camp mitgenommen worden sind.<\/p>\n<p>Zwei von Ihnen heissen &#8222;Heckler &amp; Koch&#8220; &#8211; typischer Soldatenhumor sie nach einem Waffenhersteller zu benennen. Warum die dritte Katze Inge heisst kann mir indes niemand beantworten.<\/p>\n<p>Eine Pioniereinheit macht sich fertig um auf eine Patrouille rauszufahren &#8211; Anlass: Es sollen diverse Strassen auf IEDs (Improvised Explosive Device), auf Deutsch Sprengfallen, kontrolliert werde, Diese perfiden selbsgebastelten Sprengk\u00f6rper die zumeist an Strassen versteckt werden um dann damit Milit\u00e4rfahrzeuge in die Luft zu jagen sind der Todesbringer Nummer 1 in Afghanistan Sie sind aber nicht nur eine Bedrohung f\u00fcr die Soldaten sonder auch f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Diese sollen jetzt in den Wasser- und Abwasserkan\u00e4len der umliegenden D\u00f6rfer gesucht, gefunden und unsch\u00e4dlich gemacht werden.<\/p>\n<p>Es geht in die Fahrzeuge und mit einem Konvoi aus Transportpanzern (in einem davon bekomme auch ich einen Platz) geht es aus dem Camp raus Richtung S\u00fcden.<\/p>\n<p>Noch vor einigen Monaten &#8211; erz\u00e4hlen mir die Soldaten &#8211; wurden sie, sobald sie das Camp mit Fahrzeugen verliessen direkt beschossen. Die Provinz Baghlan in der der OP North liegt gilt inzwischen aber als recht ruhig und niemand rechnet derzeit ernsthaft mit einem Feuergefecht. Kritisch ist immer der Moment wo die Soldaten aus den Fahrzeugen aussteigen um dann wirklich am Strassenrand entlanggehen um diese Sprengfallen zu suchen.<\/p>\n<p>Die Fahrzeuge bleiben dabei immer ein St\u00fcck zur\u00fcck, da ihr Gewicht die Z\u00fcnder der IEDs ausl\u00f6sen kann &#8211; es ist aber auch schon vorgekommen, dass die Dinger absichtlich per Funk dann gez\u00fcndet wurden wenn Soldaten kurz davor waren sie zu entdecken. Dabei wird dann keine R\u00fccksicht darauf genommen, ob noch Zivilbev\u00f6lkerung oder gar Kinder in der N\u00e4he sind. Der Zweck heiligt die Mittel &#8211; eine grausame Terrorpolitik.<\/p>\n<p>Auf der belebten Strasse fahren alle m\u00f6glichen Fahrzeuge und am Strassenrand suchen Soldaten nach den Explosivk\u00f6rpern &#8211; eine absurde und ziemlich seltsame Situation.<\/p>\n<p>Nach 3 Stunden ist das erste Patrouillenst\u00fcck geschafft und im Schneckentempo geht es wieder in den OP-North. Die Staubfont\u00e4nen der grossen Milit\u00e4rfahrzeuge sind meterhoch und meine Idee die Dachluke eines der Panzer aufzumachen um von oben rauszufotografieren stellt sich nach wenigen Minuten als ziemlich doofe Idee heraus. Es dauert nur wenige Minuten und die Linsen meiner Objektive sind so staubig das damit bestenfalls noch der Hamiltonsche Weichzeicher m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Alles abwischen hilft nicht &#8211; ich muss den Deckel wieder zumachen. Und eine Besch\u00e4ftigung f\u00fcr heute Abend hab&#8216; ich auch schon &#8211; Equipment putzen. Mein lieber Schwan ist das dreckig &#8211; und das in nur ein paar Minuten. Das ich gerade permanent W\u00fcstenstaub aushuste ist nicht ganz so schlimm &#8211; ein paar Zigaretten und es geht schon wieder &#8230;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht ist \u00fcberstanden und ich erklimme im wahrsten Sinne des Wortes den Gipfel des OP North. Einige in den Berg gearbeitet Treppen f\u00fchren zur Leitung des Camps sowie zum K\u00fcchenzelt. 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