{"id":53,"date":"2012-03-14T16:39:33","date_gmt":"2012-03-14T15:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.axelheimken.de\/?p=53"},"modified":"2014-08-28T14:41:16","modified_gmt":"2014-08-28T13:41:16","slug":"haute-couture-oder-gelebte-improvisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.axelheimken.de\/?p=53","title":{"rendered":"Haute Couture &#8211; oder gelebte Improvisation"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_54\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/ration.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-54\" class=\"size-medium wp-image-54\" title=\"ration\" src=\"http:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/ration-230x300.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/ration-230x300.jpg 230w, https:\/\/blog.axelheimken.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/ration.jpg 767w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-54\" class=\"wp-caption-text\">Verpflegung bekommt man vor Ort von den Soldaten mehr als ausreichend - wenn auch die Verpackung mit der Aufschrift &quot;First Strike Ration&quot; etwas martialisch wirkt. Auch der Aufdruck auf den darin befindlichen Verpackungen hat das G\u00fctesiegel &quot;Warfighter recommended&quot; ... was f\u00fcr eine Empfehlung !!! Meistens ist der Inhalt aber durchaus geniessbar - und ziemlich kalorienreich.<\/p><\/div>\n<p>Was ist denn so alles zu ber\u00fccksichtigen, wenn man in Afghanistan arbeiten will? So oder \u00e4hnlich hat sich mir die Frage auch schon beim letzten Mal gestellt. Inzwischen weiss ich aber, dass Flip-Flops in den Bergen Afghanistans einigerma\u00dfen unpraktisch sind, Kameratechnik extremen Belastungen ausgesetzt ist und Rauchen auf \u00fcber 3000 m Meeresh\u00f6he noch bescheuerter ist als in der norddeutschen Tiefebene (aber man wird ja nicht immer schlauer).<\/p>\n<p>Was also ist die Packliste, bei der man auch noch die allgemeing\u00fcltigen Regeln f\u00fcr Fluggep\u00e4ck einhalten muss &#8211; die 30 kg nicht \u00fcberschreiten darf?<\/p>\n<p>Ok &#8211; fangen wir mal an &#8230;<\/p>\n<p>Es gab\u00a0in einem uralten Asterix-Heft, das ich in meiner Jugend gelesen habe (ich glaube es war Asterix und Kleopatra) eine von den Autoren Morris und Goscinny geschriebene unsortierte Liste aller Dinge, die bei der Herstellung des Heftes verbraucht und\/oder genutzt worden sind.<\/p>\n<p>So \u00e4hnlich schreib&#8216; ich das jetzt auch mal auf &#8211; teils auch mit Begr\u00fcndung, warum und wozu.<\/p>\n<p>Zuerst mal die Klamotten &#8230; ein klasisch milit\u00e4risches aber m\u00f6glichst unmilit\u00e4risches Outfit &#8230; die guten alten Bundeswehrhosen und ein paar alte T-Shirts haben sich bestens bew\u00e4hrt. (Flecktarn sollten nur die Soldaten tragen &#8211; die Journalisten nicht). Ich habe keine Ahnung und bis heute nicht rausbekommen, was diese Regel soll. Wer allen Ernstes glaubt, dass man sich so als &#8222;neutraler Berichterstatter&#8220; f\u00fcr alle von den Soldaten abhebt und deswegen auch als solcher akzeptiert wird, ist ein bisschen realit\u00e4tsfremd. Gleichzeitig sollte man ja auch keineswegs auff\u00e4llig sein und eine leuchtende Zeilscheibe abgeben. Ich glaube, die Soldaten w\u00fcrden mir was husten, wenn ich da mit Jeans, Turnschuhen und modischen T-Shirt auflaufe und so mit ihnen rausgehen will &#8230; irgendwie auch verst\u00e4ndlich &#8230;<\/p>\n<p>Ein Paar W\u00fcstenstiefel sind auch Pflicht. M\u00fctze braucht man eher nicht &#8211; man hat ja seinen Helm. Jacke ist bei den Temperaturen auch wenig sinnvoll &#8211; wozu hat man ja auch die modische 12 kg schwere Splitterschutzweste. Die h\u00e4lt warm und angeblich auch durch die Gegend fliegende Metallteile ab &#8230;<\/p>\n<p>Damit sind eigentlich schon alle Bekleidungsfragen gekl\u00e4rt. Weiter geht es zu den wichtigen Dingen &#8230;<\/p>\n<p>Taschenlampe: Eins der wichtigstens Utensilien &#8211; am besten eine Kopflampe und die mit Rotlicht. Laptop &#8211; da gehts schon los: das liebe Gewichtsproblem. Nachdem ich meinem zust\u00e4ndigen Sparkassensachbearbeiter aber versprochen habe, den Dispo im Juni wieder auszugleichen, werde ich mir nun ein sehr kleines und leichtes Zusatzlaptop besorgen. Jedes Kilo z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Als Konzession an die Zivilisation &#8211; ein Nackenh\u00f6rnchen als Kopfkissen. Alle haben mich im Vorfeld daf\u00fcr ausgelacht, bis ich am Flughafen die Rucks\u00e4cke der Soldaten gesehen habe. Und an fast jedem baumelte &#8211; na was wohl &#8211; ein Nackenh\u00f6rnchen. F\u00fcr die Jungs vor Ort also v\u00f6llig normal.<\/p>\n<p>Die Internetverbindungen waren beim letzten Mal erstaunlich gut und fast \u00fcberall &#8211; selbst im hinterletzten Feldlager der US-Army &#8211;\u00a0stand irgendwo ein Rechner, mit dem man sich mit der Welt in Verbindung setzen konnte. Teilweise sehr langsame Verbindungen, aber ich hoffe trotzdem, dass ich auch jetzt dar\u00fcber Daten, Bilder und Texte schicken und den Blog aktualisieren kann. So nehme ich nur einen USB-Stick mit, auf dem ich die Daten transportieren kann.<\/p>\n<p>Meine &#8222;Erste-Hilfe-Apotheke&#8220; vom letzten Mal werde ich auch zuhause lassen. Die Sanit\u00e4ter hatten alles und reichlich vor Ort. Von der Aspirin-Tablette \u00fcber Anti-Durchfall-Pillen bis zur Malaria Prophylaxe gab es alles kostenlos und rezeptfrei.<\/p>\n<p>Doppelt mitnehmen werde ich auf jeden Fall Netzkabel, Adapter, Kartenleser, USB und Ladekabel &#8211; die gehen grunds\u00e4tzlich kaputt. Und meist zur falschen Zeit. Und es ist extrem \u00e4rgerlich wenn seine gesamte Arbeit dadurch lahmlegt wird, dass ein &#8222;Ein-Paar-Euro-Artikel&#8220; den Geist aufgibt. Einen Apple Megastore findet man vor Ort eher nicht, und bis eine Amazon-Lieferung in der afghanischen Grenzregion ankommt &#8230; ich pobiere es lieber nicht aus &#8230;<\/p>\n<p>Eigentlich ist Gewichtsreduktion das A und O. Man braucht nicht viel vor Ort (ein Schlafsack geh\u00f6rt auf jeden Fall noch dazu), und da man wirklich alles permanent selber schleppen muss, wird selbst beim Waschzeug au\u00dfer Zahnb\u00fcrste, Zahnpasta, Duschgel und B\u00fcrste, Handwaschmittel und einem Handtuch gespart.<\/p>\n<p>Das alles in einen klassischen Seesack verpackt &#8211; fertig ist die Reisetasche. Eine Stange Zigaretten und ein paar Feuerzeuge &#8211; au\u00dfer Dyfed rauchen da die meisten. Noch ein paar US-Dollar in die Geldb\u00f6rse, denn Starbucks und Pizza-Hut findet man selbst auf gro\u00dfen US-Basen in Afghanistan &#8230; sch\u00f6n, wenn die Klamotten-Frage im normalen Leben auch so schnell zu l\u00f6sen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Was an Kameratechnik f\u00fcr mich Sinn und keinen Sinn macht, werde ich in einem der n\u00e4chsten Blog-Eintr\u00e4ge schreiben. Die Erfahrungen vom letzten Mal lassen das Kamera- und Zubeh\u00f6r-Setup auch schrumpfen &#8230; wiegt ja alles \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist denn so alles zu ber\u00fccksichtigen, wenn man in Afghanistan arbeiten will? So oder \u00e4hnlich hat sich mir die Frage auch schon beim letzten Mal gestellt. 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